Die Behringer BM-18M Cluster Box steht in der großen Tradition analoger Modulationspedale, inspiriert vom berühmten "Cluster Flux"-Universum der Moogerfooger-Serie. Hier geht es nicht um einen einfachen, dezenten Chorus zur Verdickung eines Clean-Sounds: Die Idee ist vielmehr, eine tiefe, breite und lebendige Modulation zu haben, die von subtiler Bewegung bis zu fast synthetischen Texturen reicht. Diese Philosophie spiegelt sich in der Großzügigkeit der Einstellungen, im dedizierten Tap Tempo und in der Offenheit für externe Steuerungen (CV, MIDI) wider, typisch für hybride Gitarren-, Studio- und Maschinen-Setups.
Die BM-18M richtet sich an Gitarristen und Bassisten, die ein ausdrucksstarkes analoges Modulationspedal suchen, aber auch an Produzenten und Keyboarder, die organische Bewegung auf Pads, Leads oder Drums wünschen. In Rock, Funk und Pop liefert sie einen breiten Chorus und einen musikalischen Flanger für Rhythmusparts. In Ambient, Post-Rock, Indie und elektronischer Musik wird sie zur wahren Texturenbox: welliges Vibrato, schwereloser Flanger, kontrollierte Instabilitäten und sehr inspirierende "flüssige" Effekte.
Auf der Bühne fügt sich ihr Format leicht in ein Pedalboard ein, während sie im Studio durch ihre Fähigkeit glänzt, sich zu synchronisieren und als kreatives Gerät gesteuert zu werden. Wenn Sie Effekte automatisieren, modulieren oder live "spielen" möchten, gehören MIDI- und CV-Kompatibilität definitiv zu ihren Stärken.
Im Herzen der Cluster Box befindet sich eine Bediensektion, die darauf ausgelegt ist, Bewegung und Dichte des Effekts zu formen. Die Potentiometer Rate und Amount bestimmen Geschwindigkeit und Tiefe der Modulation: perfekt, um von leichtem Flimmern zu ausgeprägtem Wobble zu wechseln. Die Einstellung Delay Time beeinflusst die Textur der Modulation (und das Breitenempfinden), während Feedback die Resonanz verstärkt, mit der typischen Fähigkeit von Flangern, schärfer und "wirbelnder" zu werden, wenn man das Feedback erhöht.
Die Steuerung Mix (dry/wet) erlaubt eine präzise Dosierung des Effektanteils: nützlich, um den Anschlag und die Definition des Originalsignals zu erhalten oder umgekehrt sehr "nasse" Texturen zu erzeugen. Die Regler Drive und Output Level ergänzen das Setup, um Sättigung und Ausgangspegel anzupassen, praktisch zum Verdicken eines Sounds, Ausgleichen von Lautstärkeverlusten oder einfach zur Anpassung des Pedals an die Signalkette (Verstärker, Audiointerface, Effektweg).
Um das Gefühl zu variieren, ändert der 6-stufige LFO-Wellenformwahlschalter die Art, wie die Modulation "atmet": runder und regelmäßiger, nervöser oder zerhackter, je nach gewählter Form. Und um live musikalisch zu bleiben, hilft das integrierte Tap Tempo, die Modulation schnell zum Songtempo zu synchronisieren.
Bei der Integration ist die BM-18M klar für moderne Setups konzipiert: externe Steuerung via CV, MIDI, USB-C und Expression-Pedal, dazu eine Einschleifschleife für das Feedback, um einen weiteren Effekt in den Regenerationsweg einzubinden (ideal für experimentelle Kombinationen). Die Mono/Stereo-Ausgänge lassen sich über einen DIP-Schalter konfigurieren, um das Pedal an Ihr Routing anzupassen (einzelner Verstärker, zwei Verstärker, Audiointerface etc.). Schließlich erleichtert die Kompatibilität mit der Guitar Tribe-App via USB-C die Bearbeitung und Organisation Ihrer Einstellungen.
Die BM-18M liefert eine Modulation mit analogem Charakter, mit einem sehr "organischen" Breiten- und Bewegungsgefühl. Im Chorus erwartet Sie ein dichter, seidiger Klang, perfekt, um einen Clean-Sound zu verbreitern, Arpeggios mehr Körper zu geben oder einen Basssound voller wirken zu lassen. Im Flanger bleibt das Pedal bei geringem Feedback musikalisch, kann aber auch dramatischer werden: luftige Sweeps, markante Notches, Jet-Effekte und wirbelnde Texturen. Das Vibrato legt den Fokus auf Tonhöhenvariation, mit einem expressiven Charakter, der an einige vintage Studioeffekte erinnert.
Die Dynamik ist eine Stärke: Das Pedal reagiert gut auf Spielweise, Eingangssignal und die Einstellungen von Mix und Drive. So kann es subtil im Kontext "Rhythmusgitarre" bleiben oder zum Sounddesign-Werkzeug für Atmosphären, Intros, Bridges und Produktionsebenen werden. Im Geiste der Cluster Flux-Pedale wurde diese Art der Modulation in Setups von Künstlern wie Mac DeMarco, Thundercat, Toro y Moi oder The War on Drugs verwendet: die Palette reicht vom Groove bis zum großen Raum, ohne sich auf traditionelle Chorus-Anwendungen zu beschränken.