Zwischen 1983 und 1991 produziert, prägte die BOSS HM-2 Heavy Metal die Geschichte der Distortion durch ihren radikalen und sofort erkennbaren Charakter. Ursprünglich als "Amp in a Box"-Ansatz inspiriert von den britischen Stacks der Zeit konzipiert, wurde sie später zur bevorzugten Klangwaffe einer Szene, die sie unsterblich machte: dem schwedischen Death Metal. Dreißig Jahre nach ihrer Blütezeit erweckt die HM-2W diesen Schaltkreis wieder zum Leben, bewahrt die klangliche DNA und integriert gleichzeitig erwartete Verbesserungen für ein modernes Pedalboard.
Die HM-2W richtet sich an Gitarristen, die eine stark charakterisierte Distortion suchen, die eine Rhythmusgitarre in eine Wand aus Gitarren verwandeln kann, aber auch dichtere und körnige Texturen für Alternative Rock und einige Shoegaze-Ästhetiken liefert. Im Standard-Modus entspricht sie dem Gefühl der originalen HM-2, während der Custom-Modus das Konzept zu einem noch schärferen Klang führt.
Sie eignet sich sowohl für erfahrene Musiker als auch für neugierige Gitarristen, die einen Kultsound suchen: Extreme Einstellungen sind leicht erreichbar, und die Regler laden dazu ein, das Spektrum zu formen, um sich in einer Band einzufügen. Im Studio glänzt sie beim Doppeln von Gitarren und Verdichten eines Mixes; im Live-Betrieb erleichtern ihr großzügiger Ausgangspegel und gepufferter Bypass die Integration in ein Pedalboard mit langen Kabelwegen.
Die HM-2W übernimmt die vertraute BOSS-Ergonomie: ein Fußschalter, ein Modusschalter und vier Potentiometer. Der Regler DIST. steuert Gain und Sättigung, während COLOR MIX L und COLOR MIX H als doppelte Klangformung der Equalizer fungieren, ideal um von einem massiven Mittenbereich zu einem bissigeren Hochtonspektrum zu wechseln. Der Potentiometer LEVEL regelt die Ausgangslautstärke, um die Pedale an einen bereits angezerrten Verstärker oder eine saubere Plattform anzupassen.
Der Standard-Modus zielt auf die möglichst originalgetreue Wiedergabe des Verhaltens der ursprünglichen HM-2 ab, mit reduziertem Rauschpegel und erhöhtem Maximalpegel. Der Custom-Modus bietet eine aggressivere Variante: mehr Gain, ein präsenterer Grundton der Gitarre und angepasste Spektralenden für mehr Fülle und Definition. Schließlich tragen der gepufferte Bypass und der Premium-Buffer dazu bei, ein klares und stabiles Signal zu bewahren, wenn die Pedale deaktiviert ist - ein entscheidender Punkt bei komplexen Effektketten.
Die HM-2W ist vor allem eine dichte, körnige und wütende Distortion mit einem sofort erkennbaren Charakter. Das berühmte "alles auf Anschlag"-Setting an den Tonreglern erzeugt diese Wand aus Mittenfrequenzen und den scharfen Attack, der eine ganze Ästhetik definiert hat. Ihre Stärke liegt aber auch in den Nuancen: Durch Reduzieren der Distortion und Dosieren der beiden COLOR MIX-Regler erhält man zurückhaltendere Sounds, perfekt für Heavy-Riffs, abrasive Leads oder texturierte Schichten, die gut mit Reverbs und Delays harmonieren.
Die Dynamik reagiert sehr sensibel auf das Spiel: Je stärker der Anschlag, desto "bissiger" die Sättigung. Bei tiefen Stimmungen bringt sie eine beeindruckende Dichte; an Single-Coil-Tonabnehmern fügt sie Körper und eine sehr musikalische Rauheit hinzu. Es ist eine Pedale mit Charakter, gemacht für eine starke klangliche Identität, bietet aber genug Einstellmöglichkeiten, um sich an Verstärker und Gitarre anzupassen.