Die Zoar wurde als moderne und vielseitige Distortion konzipiert, aber mit diesem sofort vertrauten Charakter, den man mit alten Drive-Schaltungen verbindet. Hier gibt es kein festes Rezept: EarthQuaker Devices setzt auf eine Transistor-Architektur und eine starke Interaktion zwischen den Reglern, um einen Klang zu erzeugen, der sowohl an einen brillanten, definierten Overdrive als auch an eine dickere Sättigung im Stil eines moderat gainigen Fuzz erinnern kann.
Ihr Platz im Pedalboard ist klar: Sie kann als Hauptdrive (vom Edge of Breakup bis zur dicken Mauer), als formbarer Boost dank ihrer Klangregelung oder als Charakterpedal dienen, um eine Drop-Stimmung bei Gitarre oder Bass zu ermöglichen, ohne die Anschlagsklarheit zu verlieren.
Die EarthQuaker Devices Zoar richtet sich an Gitarristen (und Bassisten), die eine ausdrucksstarke Distortion wollen, die der Dynamik des Spiels folgt: Anschlag mit dem Plektrum, enge Palm Mutes, Fingerstyle, Lautstärkevariationen... alles wird sofort in der Sättigung abgebildet. Sie eignet sich sowohl für fortgeschrittene Spieler als auch für anspruchsvolle Musiker, vorausgesetzt, man mag es, an Reglern zu drehen und die Interaktionen zu nutzen.
Stilistisch glänzt sie in modernem Rock, Metal, Stoner, Punk, Noise, bleibt aber auch überraschend elegant in Blues Rock und Indie, wenn sie auf Low/Medium Gain eingestellt wird. Im Studio erleichtert ihre präzise Klangregelung das Layering von Spuren; live hilft das anpassbare Voicing, im Mix klar zu bleiben, selbst bei tiefer Stimmung.
Die Zoar bietet 6 Regler: Level, Weight, Gain, Bass, Middle und Treble. Der Gain deckt einen großen Bereich ab: von leicht crunchig bis zu dichtem, grobem Grind. Besonderheit im Design: Er beeinflusst das Verhalten der Transistorstufe, was das Amp-Feeling und die sehr lebendige Ansprache unter den Fingern erklärt.
Die Einstellung Weight ist der Schwerpunkt des Pedals: ein Eingangskontrollregler, der mehr oder weniger Bässe vor der Sättigung durchlässt. Wenn man ihn erhöht, wird die Distortion massiver, die Bässe "drücken" stärker in die Clipping-Stufe, und man kann von einer straffen und präzisen Distortion zu einer lockereren, fuzzigen Textur wechseln. Mit Humbuckern erhält man schnell eine beeindruckende Dichte; mit Singlecoils gewinnt man an Biss und Definition.
Die passive 3-Band-Klangregelung (Bass, Middle, Treble) ist auf moderne Sounds abgestimmt und dabei sehr musikalisch. Sie ist bewusst interaktiv: Jede Korrektur beeinflusst die Wahrnehmung von Gain und Lautstärke. Der Level dient daher nicht nur zur Ausgangslautstärke: Indem man einen EQ-Boost durch eine Level-Reduktion ausgleicht, kann man radikale Kurven erzeugen und ein Filter-ähnliches Gefühl erzielen, während die Sättigung kohärent bleibt.
Schließlich verwendet die Zoar eine stille Relaisumschaltung mit Flexi-Switch-Technologie: Sie kann klassisch (on/off) oder im Momentary-Modus betrieben werden (Effekt aktiv, solange der Fußschalter gedrückt wird). Praktisch für Akzente, Breaks oder Übergänge, ohne ein zweites Boost-Pedal hinzuzufügen.
Die klangliche Signatur der Zoar liegt an der Schnittstelle zwischen Hi-Fi-Distortion und einem "old school" Charakter: klare Attacke, detaillierter Hochtonbereich und eine ansprechende Dynamik, die an einen angezerrten Verstärker erinnert. Sie kann sehr definiert für modernes Riffing bleiben, weiß sich aber auch zu verdicken und in fuzzige Texturen aufzulösen, sobald man Weight öffnet und Gain stärker aufdreht.
Bei 9V ist sie bereits ausdrucksstark und durchsetzungsfähig; bei 18V gewinnt man an Headroom und Artikulation, mit strafferen Bässen und höherem Ausgangspegel: ideal, wenn man eine "breitere" Distortion sucht oder mehrere Gain-Stufen stapelt. Sie findet sich auf Pedalboards im modernen Rock und Metal, unter anderem bei Frank Iero, Gina Gleason und der Bassistin Sarah Quintero, was ihre Vielseitigkeit auf Gitarre und Bass beweist.