Mit Step erforscht Philippe Hurel die Idee, aus einem so einfachen wie möglichen "thematischen" Material zu schreiben und dann die Konsequenzen Schritt für Schritt in einer Logik progressiver Reaktion zu entwickeln. Das Stück baut sich als ständiges Hin und Her zwischen zwei Welten auf: Einerseits eine kontrapunktische und eingeschränkte Schreibweise, bei der die Instrumente sich in enger Textur in Imitation antworten; andererseits eine gestischere und schärfere Schreibweise, genährt von Spielweisen, die die Individualität jedes Instruments betonen.
Nach einem sehr ausgearbeiteten ersten Teil über Imitation wechselt das Hören zu einem langen Solomoment: Die Bassklarinette entfaltet sich hier, begleitet von einer nervösen Flöte, oft an der Grenze zum Geräusch, sowie durch Einsätze von Temple Blocks und Piano. Die Einheit des Ensembles beruht ebenso auf geteilten harmonischen Feldern wie auf dieser diskreten, aber wesentlichen Geste: einer kleinen Terz, die zwischen den Registern gleitet, manchmal in die Textur eingearbeitet wie eine ferne Erinnerung. Rhythmisch wird der Puls weniger offensichtlich zugunsten eines Gefühls von Bewegung und kontinuierlicher Modulation, mit dem Wunsch nach schnellem Farbwechsel. Step ist dem New York new music ensemble gewidmet.