Wie die MXR Phase 90 und Distortion+ gehört die MXR M102 Dyna Comp zu den Pedalen, die den Ruf der Marke geprägt haben. Sie erschien 1974 und löste ein echtes Problem der damaligen Zeit: eine musikalische Kompression für Gitarre ohne Abhängigkeit von einem Studio-Rack zu erzielen. Das Ergebnis: eine kleine rote Box, die Kultstatus erlangte, auf einer beeindruckenden Anzahl von Aufnahmen zu hören ist und von Gitarristen mit sehr unterschiedlichen Stilrichtungen verwendet wird, von Pink Floyd über Little Feat bis hin zu King Crimson und Sonny Landreth.
Seitdem haben viele Marken versucht, dieses Rezept mit mehr oder weniger nahen Klonen zu reproduzieren. Doch die Dyna Comp bleibt eine Referenz: nicht nur wegen ihres Sounds, sondern auch wegen ihrer "Plug and Play"-Philosophie, die direkt zum Punkt kommt und bis heute einen großen Teil der Kompressoren im Pedal-Format inspiriert.
Die Dyna Comp richtet sich sowohl an Musiker, die Kompression entdecken, als auch an erfahrene Gitarristen, die einen einfachen und charaktervollen Kompressor suchen. Sie glänzt, wenn man den Pegel stabilisieren, das Spiel homogener machen und die Anschlagsnuancen hervorheben möchte.
Stilistisch fühlt sie sich besonders wohl im Country und Chicken Picking (um die Unterschiede zwischen den Saiten auszugleichen und einen knackigen Klang zu erzeugen), im Funk (um die perkussive und "clicky" Seite bei klarem Sound zu betonen) sowie im Blues (um eine Linie zu verdicken und das Sustain zu verlängern, ohne unbedingt den Gain zu erhöhen). Slide-Spieler schätzen sie ebenfalls, um den Anschlag zu glätten und einen konstanteren Gesang zu erzielen, besonders in dichten Mixen.
Live hilft das Pedal, eine gleichmäßige Präsenz im Mix zu bewahren, insbesondere bei Arpeggio-Passagen oder schnellen Läufen. Im Studio dient es dazu, die Dynamik direkt an der Quelle zu formen und sofort ein "Plattenspieler"-Gefühl unter den Fingern zu erzeugen, ohne viele Einstellungen vornehmen zu müssen.
Die MXR M102 Dyna Comp basiert auf einem minimalistischen, aber sehr effektiven Ansatz. Der Regler Output stellt die Ausgangslautstärke ein: praktisch, um einen Pegelabfall bei starker Kompression auszugleichen oder umgekehrt einen komprimierten Sound zu boosten und einen Verstärker oder ein weiteres Pedal nachgeschaltet anzutreiben.
Der Regler Sensitivity bestimmt, wie stark und ab wann die Kompression einsetzt. Bei niedriger Einstellung erhält man ein dezentes Glätten, das das Spiel homogenisiert. Wird er höher gedreht, schaltet das Pedal auf eine stärkere Kompression um: kontrolliertere Anschläge, längeres Sustain und ein musikalisches "Pumping"-Gefühl, das zum Charakter dieses Modells gehört.
Per Fußschalter wird der Effekt ein- oder ausgeschaltet, und eine rote LED zeigt den ON-Zustand an. Mit seiner einfachen Verkabelung und dem kompakten Format lässt es sich leicht am Anfang der Signalkette (oft vor Overdrive und Distortion) einsetzen, um die Dynamik zu bearbeiten, oder nach bestimmten Gain-Pedalen, wenn man eher den Gesamtpegel und die Notenhaltung kontrollieren möchte.
Die Dyna Comp ist bekannt für ihre musikalische, ausgeprägte Kompression und ihren warmen Klang. Sie beschränkt sich nicht aufs Nivellieren: Sie vermittelt ein "fertigeres" Spielgefühl, mit Noten, die halten, einem gleichmäßigeren Anschlag und je nach Einstellung diesem sehr wirkungsvollen knackigen und perkussiven Charakter bei cleanem Gitarrensound. Bei Double-Stop-Phrasen, Funk oder Country hilft sie, Groove und Artikulation hervorzuheben.
Erhöht man die Sensitivity, erhält man eine deutlich stärkere Kompression: Der Sound wird dichter, kompakter und die Dynamikunterschiede werden stark reduziert. Das ist besonders nützlich für Slide und sanfte Leads oder um einen sehr kontrollierten "Pop"-Sound zu erzielen, der sich leicht im Mix einfügt. Das Ergebnis hängt stark vom Anschlag und den Pickups ab: Single Coils für den Knack, Humbucker für eine dichtere Fülle und sehr großzügiges Sustain.