Edvard Grieg, der der Kirche und Religion lange skeptisch gegenüberstand, hat in seinem Werkverzeichnis nur sehr wenig aus dem sakralen Bereich behandelt. Dennoch lassen einige Jugendwerke - insbesondere Studienfugen - eine Schreibweise erkennen, die dem Geist der Orgel nahekommt. In diesem Sinne ist diese Transkription der Klaviersonate in e-Moll op. 7 zu verstehen, die auf dem Originaltext basiert.
Das Ziel einer guten Orgelbearbeitung ist zweifach: die musikalische Intention des Komponisten zu bewahren und gleichzeitig die spezifischen Möglichkeiten des Instruments zu nutzen. Hier sucht die Adaption ein Gleichgewicht zwischen Treue zum Original und organistischer Effektivität. Die Musik, ursprünglich für die Resonanzen und den Anschlag des Klaviers gedacht, wird so verteilt, dass sie auf den Orgelmanualen natürlich klingt, mit besonderem Augenmerk auf die Lesbarkeit der Stimmen, die Klangschichten und die Kontinuität der Phrasierung.
Dieser Ansatz erfordert eine echte Schreibarbeit: über die bloße "Übertragung" der Noten hinaus können kleine Änderungen nötig sein, um typische pianistische Effekte glaubhaft umzusetzen, wie die Verwendung des Pedals (Sustain) oder bestimmte schnelle Figuren. Die Partitur hebt somit einen strukturierten organistischen Ansatz hervor, bei dem der Organist Registrierung, Gleichgewicht zwischen Händen und Pedal sowie Artikulation bedenken muss, um die Energie und den Charakter der Sonate zu bewahren.
Mit ihren 40 Seiten stellt diese Partitur eine solide Grundlage dar, um das romantische Orgelrepertoire zu erweitern und gleichzeitig wesentliche Fähigkeiten zu vertiefen: Führung der Innenstimmen, rhythmische Präzision, Beherrschung von Übergängen und Aufbau großer Crescendi, die typisch für die Konzertliteratur sind.