Ursprünglich ist "Soft Focus" ein Patch des Multi-Effekts Yamaha FX500, das zu einer klanglichen Signatur der Shoegaze-Szene der 90er wurde, insbesondere verbunden mit der Band Slowdive (Album "Souvlaki"). Catalinbread lässt sich davon inspirieren, sucht aber keine exakte Kopie: Die Idee ist, die Ästhetik (Breite, harmonischer Nebel, modulierte Aura) wiederzufinden und gleichzeitig die frustrierenden Aspekte des sehr "Plug-and-Play"-Ansatzes der damaligen Zeit zu korrigieren. Die Soft Focus fügt hinzu, was Gitarristen heute von einem kreativen Reverb-Pedal erwarten: eine echte Mischregelung, einen nutzbaren Pegelbereich und eine Effektarchitektur, die das Schichten von Sounds ermöglicht, ohne die Kontrolle über den Klang zu verlieren.
Die Catalinbread Soft Focus richtet sich an Gitarristen (und allgemein Musiker), die dichte, texturierte und emotionale Klanglandschaften schaffen wollen, ohne viele Pedale zu verwenden. Natürlich glänzt sie im Shoegaze, Dream Pop, Post-Rock und Ambient, aber ihr moduliertes und harmonisiertes Wesen funktioniert auch sehr gut, um einen Clean-Sound im Indie zu verdicken, einem Arpeggio in Pop mehr Tiefe zu verleihen oder einen Rhythmus in ein "kinematisches" Teppichmuster im Studio zu verwandeln. Live ermöglicht sie einen schnellen Wechsel von einem direkten Sound zu einem umhüllenden Teppich; im Pedalboard lässt sie sich leicht ans Ende der Signalkette setzen, um den Raum zu formen, oder vor ein Delay, um noch luftigere Wiederholungen zu erzielen.
Das Herzstück der Soft Focus ist ein Plate-Reverb, das stark modifiziert wurde, mit einstellbarer Nachhallzeit. Dieser Reverb wird dann in drei sich ergänzende Komponenten aufgeteilt: ein Zweig mit einem symphonischen Multi-Voice-Chorus, ein Zweig, in dem eine Oktave höher zum reverberierten Signal hinzukommt, und ein Zweig mit purem Reverb. Das gesamte Design wurde so konzipiert, dass es musikalisch bleibt, auch wenn man die Regler aufdreht: Jeder Knopf beeinflusst die Wahrnehmung von Raum, Bewegung und Brillanz, was zur Erkundung anregt, statt nur ein festes Preset zu reproduzieren.
Bei der Steuerung regelt MIX das Verhältnis trocken/nass, um von einem dezenten Reverb bis zu 100% Wet zu gelangen. VERB steuert die Abklingzeit, vom kurzen Halo bis zum großen Nebel. MOD stellt die Geschwindigkeit des Chorus ein und formt auch bestimmte Schwingungen des Reverbs, perfekt, um von einer langsamen, weiten Modulation zu einer nervöseren Bewegung zu wechseln. SYMPH (SYMPHONY) dosiert die Präsenz der Oktave im nassen Signal: Auch subtil verändert diese Einstellung stark die Atmosphäre und den Charakter, indem sie harmonischen Inhalt hinzufügt. Schließlich bringt VOL Gain auf das trockene Signal vor dem Effekt und kann in bestimmten Konfigurationen als sauberer Boost dienen, auch wenn der Bypass im Buffer/Trails-Modus verwendet wird.
Hinweis: Catalinbread hat bewusst das generische digitale Delay mit fester Zeit aus dem Original-Patch des FX500 weggelassen, um dem Reverb und seinen modulierten/harmonischen Texturen den vollen Raum zu geben.
Die Soft Focus liefert eine sofort erkennbare Atmosphäre: einen breiten, umhüllenden und hellen Reverb, der zu einem echten "Nebel" wird, sobald man den Mix öffnet. Der symphonische Chorus fügt ein Gefühl von Bewegung und Weite hinzu, während die fein dosierte Oktave das typische Schimmern der Shoegaze-Texturen einbringt (ohne den Eindruck eines separaten Oktav-Effekts zu erwecken). Das Pedal reagiert sehr gut auf Spielvariationen: Beim Picking oder offenen Akkorden hebt es Obertöne und Tiefe hervor; mit Verzerrungen davor hilft es, klarere Soundwände zu schaffen, indem es das Klangbild verbreitert und den Sustain organisch verlängert. Für eine "Signature"-Farbe drehen Sie die Potis hoch und passen dann den MIX entsprechend Ihrer Position im Gesamtmix an.